Landschaft

Ein Mosaik von Wald und Seen bildet die typische Landschaft. Sie ist Lebensraum u.a. für den Seeadler, der hier in hoher Dichte brütet. Die Landschaft und ihre Entwicklung

Der Naturpark ist geprägt durch weite Kiefernwälder, zahlreiche Seen, Moore, Dünen, Feuchtwiesen, Trockenrasen und Heiden sowie ruhige Dörfer. Diese Kulturlandschaft entstand durch die letzte Eiszeit und durch das Wirtschaften der Menschen über viele Generationen. Ein letztes Mal schoben sich vor etwa 15 000 Jahren Gletscher von Norden voran. Sie kamen am Nordrand des heutigen Naturparks zum Stehen, schmolzen langsam ab und bildeten hier die Endmoräne. Unzählige Schmelzwasserströme lagerten südlich der Gletscher Massen von Kies und Sand ab. Diese glaziale Form nennen wir Sander.

Aus geologischer Sicht bildet der Sander den Kern des Naturparks, der heute fast ausschließlich von Kiefernwäldern bedeckt ist. Wo das Gletscherwasser Rinnen ausspülte, finden wir heute Seen und Moore. Die zahlreichen Rinnenseen haben meist sehr klares Wasser und große Sichttiefen. Sie beherbergen noch selten gewordene Tier- und Pflanzengemeinschaften. Vom Sand überdeckte Toteisreste hinterließen nach dem Abtauen Hohlformen, in denen sich große und flache Seen bildeten. Diese stellen heute nährstoffreiche Seen oder Moore dar.

In alle Landschaftsstrukturen griffen die Menschen seit etwa 5 000 Jahren durch ihre Nutzung ein und veränderten ständig ihr Gesicht.

Landschaftsgeschichte und Flächennutzung

Das Wirken der Slawen (ca. 700 - 1 200) und später der deutschstämmigen Siedler sowie die Gründungen von Städten und Klöstern (Dobbertin und Malchow) im 13. Jahrhundert beeinflussten die Landschaftsentwicklung in hohem Maße, doch die letzten 250 Jahre hinterließen durch Raubbau am Wald besondere Spuren.

16 Glashütten, 23 Teeröfen, 12 Kalköfen und 15 Ziegeleien sowie viele Holzmeiler führten um 1800 zur fast völligen Zerstörung des Waldes. Aus der Holznot heraus entwickelte sich eine geregelte Forstwirtschaft, die nach und nach den Wald als Kiefernforst wieder aufbaute. Heute werden von zwei Landesforstämtern, einem Bundesforstamt und zur Zeit drei Privatforsten über 60% der Naturparkfläche als Wald gemäß einer naturnahen Forstwirtschaft genutzt. Die anderen Landflächen bewirtschaften ca. 25 Landwirtschaftsbetriebe, wobei etwa 50% des Grünlandes extensiv genutzt wird. Zwei große und zwei kleine Fischereibetriebe befischen 96% der Seen. Einheimischen Fisch kann man in vielen Gaststätten essen, vor Ort kaufen oder aber auch selbst angeln.